Mehrere CDU-Abgeordnete fordern, dass Latein wieder verpflichtend vor modernen Fremdsprachen unterrichtet wird. Der Vorschlag erntet Spott – zu Unrecht.
Latein schult analytisches Denken und grammatikalisches Verständnis auf eine Weise, die keine lebende Sprache erreicht. Wer Latein beherrscht, lernt Französisch, Spanisch oder Italienisch in einem Bruchteil der Zeit.
In einer Zeit der sprachlichen Verwahrlosung, in der selbst Abiturienten kaum noch Präpositionalphrasen bilden können, wäre diese Rückbesinnung ein Akt kultureller Selbstbehauptung.
Ja, Latein ist schwer. Aber genau deshalb ist es wertvoll. Wir haben vergessen, dass Bildung nicht nur Spaß machen muss, sondern auch Anstrengung erfordert.
Die Kritiker werden wie immer von "Praxisferne" sprechen. Doch was ist praktischer, als zu lernen, wie man lernt? Latein lehrt Meta-Kompetenz – die Fähigkeit, komplexe Systeme zu durchdringen.