München – Die Stadt München testet ein umstrittenes Pilotprojekt: Von 11:00 bis 12:00 Uhr gilt in ausgewählten Innenstadtbereichen eine "akustische Ruhezeit". Laute Gespräche, Musik und Telefonieren sind untersagt.

Betroffen sind zunächst der Marienplatz, die Kaufingerstraße und Teile des Englischen Gartens. Schilder weisen auf die Regelung hin, Ordnungsamt-Mitarbeiter sollen die Einhaltung überwachen.

"Urbane Lärmverschmutzung ist ein unterschätztes Gesundheitsrisiko. Wir schaffen Inseln der Ruhe in einer überstimulanten Stadt."
— Oberbürgermeister Dieter Reiter

Bei Verstößen drohen Bußgelder ab 60 Euro. Ausnahmen gelten für Notfälle und beruflich notwendige Telefonate, die jedoch nachgewiesen werden müssen.

Touristen und Anwohner reagieren verwirrt. "Soll ich jetzt einen Strafzettel kriegen, weil ich mit meinem Kind spreche?", fragt sich die Münchnerin Lisa Bauer. Gastronomen befürchten Umsatzeinbußen.

Die CSU-Fraktion im Stadtrat unterstützt das Projekt als "innovatives Konzept für Lebensqualität". Die FDP spricht von "autoritärem Bevormundungswahn".